Warum ich das Thema Fettabsaugung aufgreife

Ja, ich werde recht häufig danach gefragt, ob schlanker werden nicht auch einfacher geht. Daher habe ich für meinen 10-Wochen Kurs, wo es eine Lektion „Geht es denn nicht einfacher“ gibt, das Thema gründlich recherchiert.

Warum sollte man nicht von der Möglichkeit, Fett dauerhaft zu entfernen, Gebrauch machen?

Das ist zu beachten:

  • Eine Fettabsaugung kann nicht starkes Übergewicht abbauen
  • Sie ersetzt keinesfalls einen gesunden Lebensstil
  • Die Erwartungen müssen realistisch sein

In diesem Artikel möchte ich einfach Information bieten, um Euch eine Entscheidung zu erleichtern.

Natürlich kann dieser Artikel kein gründliches Aufklärungsgespräch mit einem Arzt ersetzen. Aber er bereitet Dich vor, und Du kannst die richtigen Fragen stellen.

Und noch ein Rat zur Weihnachtszeit: ein Gutschein für eine Fettabsaugung kommt bei einer Frau nur gut an, wenn es gewünscht wird.

 

Was ist eine Fettabsaugung

Die Fettabsaugung oder Liposuktion ist zur Zeit der häufigste Eingriff in der Schönheitschirurgie. Mit diesem Eingriff, der entweder ambulant oder stationär durchgeführt wird, kann man ganz gezielt hartnäckige Fettdepots an Bauch, Beinen oder Po beseitigen. Bitte beachte: es ist ein chirurgischer Eingriff, also eine Operation, mit all’ den möglichen Gefahren. Obwohl es heute zum Standardprogramm eines jeden Schönheitschirurgen gehört und es in der Presse oft so dargestellt wird, dass man es nebenbei in der Mittagspause machen kann, ist es kein Friseurbesuch. Es ist wesentlich teurer und es wächst nicht wieder raus, wenn es nicht gefällt. Wenn Du einen Chirurgen erwischst, der Dich verpfuscht, so ist es sehr schwierig, das wieder zu korrigieren. Die Verfahren sind in den letzten Jahren wesentlich verfeinert worden und die Ergebnisse in der Regel sehr gut, wenn es fachgerecht gemacht wird und wenn die Patienten geeignet sind.

Fettabsaugung - die Tools

Was kann man mit der Fettabsaugung erreichen?

Die Fettabsaugung dient in erster Linie dazu, lokale Fettansammlungen zu entfernen. Diese Fettpolster sind manchmal im Laufe der Jahre entstanden, können aber auch vererbt sein.

Bei den meisten Frauen stehen die sogenannten Reithosen, Fettansammlungen an der Außenseite der Oberschenkel, dem Po und den Hüften an erster Stelle. Dieses „Problem“ ist deswegen so verbreitet, weil dies Charakteristika der typisch weiblichen Figur sind. Mutter Natur hat uns in dieser Region mit Fett versehen, damit wir unseren Nachwuchs auch in Hungerzeiten austragen können. Diese Fettansammlungen bekommt man auch durch eine strikte Diät und Gewichtsabnahme nicht in den Griff. Oft verschwindet zuerst der Busen (und den wollen wir ja behalten), dann sehen wir im Gesicht hager und damit alt aus, aber die „Pestbeulen“ sind immer noch da. Hier ist die Fettabsaugung gut geeignet, um die Natur zu korrigieren.

Durch die Liposuktion kann das Fettgewebe um maximal zehn Millimeter reduziert werden. Du musst also mit realistischen Erwartungen an die Sache rangehen. Ferner bist Du dann eine geeignete Kandidatin, wenn Du nicht übergewichtig bist.

Wichtig:

 

Eine Fettabsaugung ersetzt keine Diät

und ist zur größeren Gewichtsabnahme nicht geeignet.

Bei dem Eingriff werden Fettzellen in der behandelten Region für immer entfernt. Das heißt aber keinesfalls, dass man anschließend unbegrenzt schlemmen kann. Die verbleibenden Fettzellen können sich unglaublich ausdehnen. In den USA habe ich Patienten gesehen, die sich rundum haben absaugen lassen. Nicht in einer Sitzung, sondern verteilt über mehrere Eingriffe.  Anschließend hatten diese Damen und Herren dann Fettpolster an sehr seltsamen Stellen, nämlich da, wo noch Fettzellen übrig waren: in der Mitte des Rückens, im Nacken, an den Füßen und um die Fußgelenke. Das sieht dann wirklich nicht mehr gut, sondern grotesk aus.

Vorsicht sollte man auch walten lassen, wenn man unter Cellulite und einem schwachen Bindegewebe leidet. Bei einem guten Arzt mit viel Fingerspitzengefühl, Erfahrung und der richtigen Technik können hier gute Ergebnisse erzielt werden, sogar eine Verbesserung des Hautbildes.

Das Risiko ist aber hoch: wenn die Haut nicht mehr elastisch ist und sich nicht dem verminderten Umfang anpasst, hängt sie nach der Operation. Dann helfen eigentlich nur noch Straffungsoperationen.

Bei einer Fettabsaugung in Vollnarkose können maximal 6 Liter abgesaugt werden, bei örtlicher Betäubung wird die Grenze bei 4 Litern gesetzt. Bei größeren Mengen gerät der Körper aus dem Gleichgewicht, der Wasserhaushalt kommt durcheinander und der Kreislauf kann zusammenbrechen.

 

Das Beratungsgespräch

Wenn man den Berichten in den Boulevardmagazinen Glauben schenkt, dann geht man am Morgen einer großen Party, zwischen Friseur und Kleiderkauf, zum Chirurgen, wird gleich in den OP geführt und nach einer Stunde ist alles vorbei. Nein, so geht es nicht und wenn die Klinik, die Du Dir ausgesucht, das anbietet, hilft nur die Flucht!

Absolut wichtig ist ein ausführliches Beratungsgespräch.  Dabei hast Du die Gelegenheit mit dem Arzt über die Änderungen zu sprechen, die Du gerne vornehmen lassen möchtest.

Sei dabei präzise! Es kann zwar sein, dass Du überzogene Erwartungen hast, aber jetzt ist der Zeitpunkt, diese zu korrigieren. Der Chirurg sollte Dir die unterschiedlichen Möglichkeiten, das Verfahren selbst, die jeweiligen Risiken und Grenzen sowie das Narkoseverfahren erklären.

Unerlässlich ist auch eine Untersuchung, um sich ein Bild von Deiner Haut, dem Muskeltonus und der Verteilung von Fettdepots an Deinem Körper zu machen. Ein guter Arzt wird Dich auch nach Deinen Ernährungsgewohnheiten, sportlicher Betätigung und Veränderungen Deines Körpergewichtes befragen.

 

Deine Erwartungen

Je größer Deine Erwartungen sind, desto mehr musst Du selbst aktiv mitarbeiten. Wenn Dir nur daran liegt, gewisse Fettdepots zu entfernen, kann das allein durch eine Fettabsaugung erreicht werden. Wenn Du aber eine straffe Figur haben willst und gut in einem Bikini aussehen möchten, solltest Du zusätzlich ein konsequentes Fitnessprogramm in Deinen Plan mit aufnehmen.

Ein wichtiger Tipp: mache Deine Hausaufgaben. Bereite Dich auf dieses Gespräch vor. Schreiben Dir alle Fragen auf, die Du zum Eingriff hast. Man ist in der Regel aufgeregt und vergisst die Hälfte. Mache Dir auch während des Gespräches Notizen. Am besten nimmst Du eine neutrale Person zur Begleitung mit. Ein gutes Beratungsgespräch kann durchaus 1 Stunde dauern.

Oft wird für das Beratungsgespräch ein Honorar berechnet, aber hier solltest Du keineswegs sparen.

Fettabsaugung - nicht unbedingt vom M.A.S.H Team

Das M.A.S.H. Team- tolle Ärzte, aber nicht für eine Fettabsaugung oder Liposuktion

Hier noch mal in Zusammenfassung die Punkte, auf die Du achten solltest:

  • Auf jeden Fall einen Spezialisten Adressen findet man im Internet oder über die Fachgesellschaften. Ich habe einige Kundinnen, die ihre guten Erfahrungen gerne weitergeben und kann Dir auf Wunsch Fachärzte für plastische Chirurgie nennen.
  • Darauf achten, dass alle Fragen ohne Ausflüchte beantwortet werden.
  • Ein seriöser Arzt sollte nach der Krankheitsgeschichte und Motivation des Patienten fragen.
  • Auch eine ausführliche körperliche Untersuchung gehört zum Beratungsgespräch.
  • Man sollte sich auch erkundigen, wie oft der Operateur den Eingriff schon durchgeführt hat. Ein Orthopäde, der sich ein Zubrot verdienen will und eine Fettabsaugung nur hin und wieder macht, ist nicht so toll. Auch wenn der Preis günstiger ist.
  • Es ist wichtig den Ablauf der Operation genau zu klären, welche Narkose oder Sedierung der Arzt vorschlägt und wie viel Liter abgesaugt werden sollen.
  • Eine Bedenkzeit, während der man noch einmal Nutzen und Risiken einer Fettabsaugung abwägen kann, ist ebenfalls wichtig.
  • Wenn alles geklärt ist, gehe nach Hause und überschlafe alles noch einmal. Du solltest keinesfalls gleich beim Beratungsgespräch zu einer Entscheidung gedrängt werden.

 

Jetzt wird es ernst

Du hast Dich also entschieden und einen Termin ausgemacht.

Stelle unbedingt sicher, dass Du nicht in Hektik ankommst. Berücksichtige auch, dass Du Dich zwar vermutlich nach dem Eingriff recht gut fühlen wirst, aber Du solltest trotzdem Zeit zur Erholung einplanen.

Am OP Tag, vor der Fettabsaugung, zeichnet der Arzt genau die Stellen an Deinem Körper an, wo Fett entfernt werden soll.

Dies geschieht im Stehen, weil das Fett sich im Liegen ganz anders verteilt. Es wird auch jetzt ein Foto gemacht, um den „Vorher“ Zustand zu dokumentieren. Dann wird eine Armvene punktiert und ein Tropf angehängt, um sicher zu stellen, dass Dein Flüssigkeits- und Mineralhaushalt während der Operation ausgeglichen bleibt. Wenn der Eingriff in Vollnarkose erfolgt, tritt jetzt der Anästhesist in Erscheinung und legt Dich schlafen.

 

Der Eingriff selbst

Zu Beginn der Operation macht der Chirurg einige kleine Hautschnitte, meist im Bereich der Gesäßfalte und an der Seite der Oberschenkel. Dort führt er dann feine Fettabsaugungskanülen in die Gegend der Fettansammlungen ein. Mit diesen Kanülen können die Fettdepots entfernt werden und den Oberschenkeln eine ansprechende Form gegeben werden. Es gibt eine ganze Reihe von verschiedenen Absaugkanülen, die sich jeweils in Ihrer Länge, Ihrem Durchmesser oder der Formung der Spitze unterscheiden. Das unliebsame Fett wird durch einen Unterdruck entfernt und die Haut, Muskeln, Nerven und größeren Blutgefäße bleiben unversehrt.

Bei der “Tumeszenz-Technik (feuchte Technik)” die heute überwiegend verwendet wird, wird vor der eigentlichen Absaugung ein örtliches Betäubungsmittel und Adrenalin in die Fettdepots injiziert. Dadurch werden die Auflösung und Entfernung der Fettdepots leichter. Diese zusätzliche Flüssigkeit minimiert auch die Beeinträchtigung des umgebenden Gewebes und verringert postoperative Schwellung und Schmerzen. Adrenalin verringert die Blutungsneigung während der Operation, was zusätzlich das Operationsrisiko vermindert. Durch diese verbesserten Techniken, sowie durch den Einsatz immer feinerer Kanülen lassen sich heute wesentlich bessere Ergebnisse erzielen, als in den Anfangszeiten, in den frühen achtziger Jahren.

Was Dir aber wahrscheinlich nicht erzählt wird: durch die Tumeszenz Flüssigkeit schwellen nicht nur die zu behandelnden Stellen an, die Flüssigkeit kann sich im ganzen Körper verteilen. Ich habe dies bei einer Kundin erlebt. Sie war total geschockt, als sie nach der OP 5 kg schwerer war als vorher. Ihre Ringe passten nicht mehr und ihre Arme waren deutlich angeschwollen. Es dauerte ungefähr 4 Wochen, bis sie wieder “Normalzustand” hatte. Der Chirurg hatte ihr aber dann bestätigt, dass andere Frauen die gleiche Erfahrung gemacht haben. Es ist nicht gefährlich, reicht aber durchaus für eine mittlere Depression.

 

Nun sind wir also Post-OP:

Für ein oder zwei Tage wirst Du Dich müde, abgeschlagen und wirklich „geschlagen“ fühlen – ähnlich einem Muskelkater, plus Prügelei.

Die behandelten Stellen werden sich steif und gespannt anfühlen. Und sie werden so stark anschwellen, dass man in der Erholungsphase noch keinen sofortigen Erfolg sehen kann.

Darauf solltest Du vorbereitet sein!

Es ist auch sehr unterschiedlich, wie stark der Schmerz empfunden wird. Dies hängt davon ab, wo abgesaugt wurde, wie viele Gefäße eventuell verletzt wurden, aber auch von Deiner persönlichen Schmerztoleranz. Jetzt ist der falsche Zeitpunkt den Helden zu spielen, Lasse Dir ein Schmerzmittel geben.

Am Ende der Operation wird Dir bereits eine spezielle Kompressionshose oder Mieder angezogen, die Du für bis zu 6 Wochen konsequent tragen musst. Diese elastische Hose soll Schmerzen lindern, die Schwellungen verringern und die Heilung unterstützen. Durch die Kompression wird die Ausformung des behandelten Körperbereiches unterstützt, man hilft der Haut sich wieder anzupassen.

Diese „Panzer“ sind allerdings recht unbequem und man sollte das auch berücksichtigen, wenn man den Eingriff im Hochsommer machen lässt.

Ein Großteil der Schwellung und blauen Flecken verschwindet innerhalb von 3 Wochen, vorher kann man aber ein faszinierendes Farbenspiel beobachten. Um den Heilungsprozess zu beschleunigen solltest Du so bald als möglich wieder mit leichten Aktivitäten beginnen. Gehe spazieren, die Bewegung unterstützt auch den Abtransport der Flüssigkeit.

Wenn Du eine sitzende Tätigkeit ausübst, solltest Du schon nach wenigen Tagen wieder in der Lage sein zu arbeiten. Anstrengende körperliche Tätigkeiten sollten während der Heilungsphase für mehrere Wochen unterbleiben. Nach 4-6 Wochen solltest Du aber wieder alle normalen Tätigkeiten ausüben können.

Und dann heißt es, Geduld haben. Das Endergebnis kann manchmal erst nach 6-12 Monaten gesehen werden. Je mehr Fett entfernt worden ist, desto länger dauert es bis das Endergebnis erreicht wird. Dies hängt auch damit zusammen, dass sich die Haut in solchen Fällen erst noch stark zusammenziehen muss.  Was allerdings manchmal gar nicht passiert. Wenn die Haut nach einem Jahr nicht wieder anliegt, wird es auch von alleine nicht mehr passieren.

Was spricht dafür?

Fettansammlungen im Bereich der Innen- und Außenseiten der Oberschenkel (sog. “Reithosen”) sind ganz besonders widerständig. Ernährungsumstellungen und Sport helfen kaum. Auch die Fettansammlungen um die Mitte sind geeignet zum Absaugen, sofern sie zwischen Haut und Muskeln liegen. Fett, das innerhalb der Bauchhöhle liegt, das Omentum Majus, lässt sich nicht absaugen! Daher können Männer ihren Bierbauch auch nicht so einfach absaugen lassen.

Viele Damen sind verständlicherweise entmutigt und frustriert, wenn es ihnen gelingt ihr Gewicht zu reduzieren und sie trotzdem praktisch keine Veränderungen in diesen Bereichen sehen.

Fettabsaugung - nur in der richtigen Klinik

Auch wenn eine Fettabsaugung zum Abbau von starkem Übergewicht ungeeignet ist, kann man hier abwägen.

Manche Ärzte führen den Eingriff durch, auch wenn der Patient über dem Normalgewicht liegt. Ich habe es schon einige Male beobachtet, dass dieser Eingriff dann der Anreiz war, die Ernährung umzustellen und mit Sport anzufangen. Man hatte erste Erfolge sofort gesehen oder gespürt und die Frauen trauten sich jetzt im Sportdress aus dem Haus.

Die Fettabsaugung ist für Dich ein geeigneter Eingriff, wenn Du möglichst viele der folgenden Voraussetzungen erfüllst:

  • umschriebene Fettdepots, die durch Diät und Sport nicht weg zu bekommen sind
  • keine Voroperationen in der Zone, wo die Fettabsaugung gewünscht wird
  • feste und elastische Haut
  • keine häufigen Gewichtsveränderungen
  • in erster Linie eine Änderung der Körperform, nicht eine Gewichtsabnahme angestrebt wird
  • keine schweren Vorerkrankungen wie Diabetes, Herz-Lungen Erkrankungen oder Durchblutungsstörungen
  • psychisch stabil
  • Nichtraucher oder in der Lage Deinen Zigarettenkonsum für einige Zeit stark zu reduzieren
  • gut im Hinblick auf das zu erwartende Ergebnis informiert bist
  • die Grenzen des Machbaren verstehen
  • und ganz wichtig: realistische Erwartungen Wenn Du Reithosen hast und eher kurze, stämmige Beine, ist es recht unwahrscheinlich, dass Du nach dem Eingriff Beine wie Nadja Auermann haben wirst.

 

…..und was dagegen?

Es ist nicht alles Gold was glänzt. Es ist eine bekannte Tatsache, dass das Ergebnis oft akzeptabel, aber nicht optimal ist. Dabei sollte natürlich exakt definiert werden, was man unter optimal versteht. Daher auch immer wieder der Rat, seine Erwartungen nicht zu überziehen.

Viel schlimmer als ein „nicht optimales“ Ergebnis sind aber die echten Katastrophen. Da Fettabsaugungen ein lukratives Geschäft sind, tummeln sich inzwischen zahlreiche schwarze Schafe auf dem Markt. Ärzte, deren Fachgebiet nicht die plastische Chirurgie ist, lassen sich in einem Wochenendkurs ausbilden und werden dann auf Patienten losgelassen.

Oft wird auch mit niedrigen Preisen gelockt und wir Frauen fallen gerne darauf rein. Wenn Du Dir im Fernsehen die Reportagen anschaust, weißt Du wovon ich rede. Die Ergebnisse sind manchmal so schlimm, dass der Zustand „Vorher“ besser war, als “Nachher”.

Die Hautoberfläche sieht sehr ungleichmäßig aus, es sind Beulen, Vertiefungen und richtige Löcher zu sehen. Es wurde Zuviel, an den falschen Stellen oder nicht symmetrisch abgesaugt. Diese Patienten haben zwar einige Euro gespart, aber, wenn man jetzt noch was retten will und eventuell eine Korrektur anstrebt, kann es richtig teuer werden.

Das kann vermieden werden, wenn man sich entsprechend vorbereitet, Informationen sammelt, sich Zeit lässt. Frage einfach, ob Du Dir Patienten ansehen darfst, die der Arzt operiert hat und tu‘ es dann auch!

 

Billigangebote im Ausland

Vorsicht auch bei den Sparangeboten im Ausland: obwohl es hier ausgezeichnete plastische Chirurgen gibt, solltest Du hier noch genauer recherchieren:

  • Hast Du einen seriösen Ansprechpartner in Deutschland, der ehrlich informiert?
  • Kannst Du die Qualifikation des Arztes überprüfen?
  • Den Standard der Klinik oder Praxis im Ausland?
  • Was machst Du, wenn Du an den Falschen gerätst?
  • Welches Recht gilt?
  • Wer kommt für die Kosten einer Nachbesserung auf?
  • Wer reist mit Dir?
  • Wenn Du alleine fährst/fliegst, wer hilft Dir, falls es Dir schlecht geht?
  • Wen kannst Du ansprechen, wenn es nach der Rückkehr zu Komplikationen kommt?

Du solltest das ganze Szenario mental durchgehen und gut planen.

 

Die rechtliche Seite

Und ob jetzt vor Ort oder weiter weg: Du schließt mit dem Arzt einen Vertag ab, der nur die Durchführung des Eingriffes regelt, nicht aber das Ergebnis. Das heißt, wenn der Arzt den Eingriff ordnungsgemäß durchgeführt hat, Du aber mit dem Ergebnis unzufrieden bist, hast Du schlechte Aussichten, falls Du den Arzt verklagen willst.

 

Medizinische Komplikationen

Es kann auch zu medizinischen Komplikationen kommen, wie zum Beispiel Fettembolie, Thrombose, Lungenödem, Kreislaufzusammenbruch, Schockreaktion, Entzündungen und Beschädigungen von Nerven, Gefäßen oder gar ganzen Organen.

Auch das Narkoseverfahren, die Tumeszenz-Lokalanästhesie, birgt Risiken: Das Betäubungsmittel Lidocain wird dem Patienten dabei in recht großen Mengen verabreicht, in einer Kochsalzlösung. Bei einem Eingriff können bis zu sechs Liter der Kochsalz-Flüssigkeit verabreicht werden. Die Menge an örtlichem Betäubungsmittel kann zu regelrechten Vergiftungserscheinungen führen. Herzprobleme oder Störungen im Gehirn, können die möglichen Folgen sein. In extrem seltenen Fällen kann eine Fettabsaugung sogar tödlich enden.

 

Risiko Patient

Ein großes Risiko ist der Patient selbst: oft treten nach der OP Depressionen auf, auf die ein guter Arzt aber vorbereitet ist.

Auch Du solltest es sein.

Man hat wochenlang auf den Tag X hingelebt, und obwohl wir alle kluge Mädchen sind, haben wir die (oft unbewusste) Vorstellung, dass „Nachher“ alles besser wird:

wir sehen schöner, schlanker, strahlender aus, passen jetzt in die tollsten Klamotten, die wir uns auch plötzlich leisten können. Unsere Leistung im Beruf geht dramatisch nach oben, unsere Kinder sind Musterexemplare, die natürlich auf die tolle Mutter stolz sind. Unsere Männer liegen uns zu Füßen und unsere Chefs sind beeindruckt. Ja, geradezu begeistert….

Mädels, wir sprechen hier von den Personen, die uns heute den meisten Stress machen. Wahrscheinlich fällt denen gar nicht auf, dass sich bei Dir was geändert hat.

Ganz klar, dass dann die Ernüchterung kommt, wenn wir dann immer noch die Alten sind.

Es gibt auch Fälle, wo die Ergebnisse von der Patientin sabotiert werden, wenn auch nicht bewusst: eine Chirurgin erzählte mir von einer Patientin, die nach der Liposuktion leichte Beschwerden hatte. Sie hat sich lange konsequent geschont und sich erst nach Monaten wieder mehr bewegt. Aber da man ihr ja 2 kg reines Fett abgesaugt hatte, hatte sie sich eine Belohnung verdient: Schokolade. Regelmäßig.  Das Ende vom Lied: nach 6 Wochen hatte sie einige Kilo zugenommen. Damit war das Ergebnis natürlich bei weitem nicht so, wie sie es erhofft hatte.

Fazit:

Betrachte die Liposuktion nicht als eine Abkürzung, sondern als ein Steinchen im Mosaik für ein besseres, gesünderes, aktiveres Ich. Die Fettabsaugung ist eine tolle Sache, wenn sie von Fachleuten durchgeführt wird und kann einen erstaunlichen Auftrieb geben. Aber sie kann auch eine Katastrophe sein. Vorbereitung, Information, Vergleiche sind hier ganz besonders wichtig.