Meine Geschichte: wie ich wurde, was ich bin

Auf dem Weg in den Abgrund

Als Kind war ich das, was man „knuffig“ nannte: ich hatte Babyspeck. Als ich dann in die Pubertät kam, hat mich ein älterer Junge mal gehänselt. Eigentlich nicht weltbewegend, aber für einen Teenie, zu Beginn der Pubertät, die Katastrophe. Das war dann der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und mich endgültig in eine Essstörung schlittern ließ. Magersucht – nicht nur ein bisschen, es war am Schluss sehr knapp.

Beginnendes Organversagen, Notaufnahme und dann 3 Wochen Intensivstation. Sonst hätte ich nicht überlebt. Natürlich prägt so etwas für den Rest des Lebens. Unser Hausarzt gestand mir damals, dass Mediziner im Studium sehr wenig über Ernährung lernen. Wenn sie sich nicht gerade spezialisieren oder später weiterbilden, sind sie nicht unbedingt die besten Ansprechpartner.

Ernährungsberater gab es damals kaum und viele Leute in meinem Umfeld waren der Ansicht: Essen kann doch kein Problem sein.

Doch, war es für mich und ich fühlte mich ziemlich alleine gelassen. Nachdem ich etwas zugenommen hatte, war der Druck durch mein Umfeld zwar weg. Ich sah ja „normal“ aus. Aber diese innere Zerrissenheit, die Selbstzweifel und mein gestörtes Verhältnis zum Essen waren immer noch da.

Hilf Dir selbst, sonst tut es keiner

Ich fing an, alles zu lese was mir in die Finger kam. Ich habe mir Bücher gekauft und ausgeliehen, habe von meinem Taschengeld Kurse bezahlt. Je mehr ich lernte, desto klarer wurde mir, dass Ernährung ein komplexes Thema ist, dass zudem noch sehr emotional besetzt ist. Wenn man eine hitzige Debatte führen will, einfach mit einer Ernährungstheorie anfangen.

Aus Hunger wird Wissenshunger

Viele Jahre später, nach Abschluss des BWL Studiums und der Promotion, habe ich zwar als Controllerin gearbeitet, aber immer noch alles „verschlungen“, was mir an Literatur und Studien in die Finger kam. In der Zwischenzeit gab es ja das Internet, eine schier endlose Quelle.

Mein Verhältnis zum Essen und zu Nahrungsmittel war, um es vorsichtig auszudrücken, immer angespannt. Auch wenn ich mich Im Laufe der Jahre auf ein für mich normales Essverhalten eingependelt hatte, der Perfektionismus war immer irgendwo im Hinterkopf. Diese Einstellung: gut ist nicht gut genug. Und: Du musst Leistung bringen, sonst bist Du ein Niemand.

Ich habe mich oft gefragt, wie es sich anfühlt, wenn man bedingungslos anerkannt wird, wenn man so wie man ist, richtig und wichtig für die Welt ist. Dass da jemand ist, der hinter einem steht, auch wenn man Mist baut.

Bis es “klick” machte und ich erkannte, dass ich mich selbst erst mal akzeptieren muss, wie ich bin.

 

 Dass ich immer noch ein Problem mit Essen hatte, wurde mir bei einem Geschäftsessen klar: die Kollegen hatten Pizza bestellt. Für mich einen Salat, Dressing extra. Als dann eine eher mollige Kollegin ein Stück Pizza in den Mund schob, dachte ich nur: „Die isst das jetzt wirklich. Die schluckt diesen fettigen Käse und die noch fettigere Salami runter“. Ich habe es dann selbst ausprobiert und ganz klar gemerkt, wie schlecht ich mich fühlte: großen Durst, müde und nach ganz kurzer Zeit wieder hungrig..

 

Mein Jugendfreund “ED”

Der einzige, der immer irgendwo da war, war ED. ED wie Eating Disorder. Ich fand es irgendwie gut, der Essstörungen einen Namen zu geben. Und es gab mal eine US Fernsehserie „Ed“. Das war ein Anwalt, der seine Kanzlei in einem Bowlingcenter in Stuckeyville hat. Für mich war und ist er ein Begleiter meines Lebens. Die meiste Zeit irgendwo im Hintergrund. Man weiß, dass er da ist. Er ist eigentlich ein bisschen peinlich und man spricht jetzt nicht wirklich gerne über diese Freundschaft. Aber in Stresszeiten, in Krisenzeiten, wenn das Leben nicht rund läuft und man sich total alleine fühlt, ist Ed plötzlich wieder da.

Wenn alles außer Kontrolle scheint, dann kann ich wenigstens mein körperliches Wohlbefinden durch hochwertige Ernährung beeinflussen. Durch diszipliniertes Essen und Sport. Immer mit dem Wissen, dass es ein schmaler Grat zwischen Disziplin und Essstörung ist.

 

In der Zwischenzeit hatte ich ein Jahr Auszeit von meinem Job genommen und Ernährungswissenschaften studiert. Eigentlich war nur geplant, einige Kurse zu machen, um mein Wissen zu vertiefen. Aber ich endete relativ schnell im Dokorandenprogramm. Perfektionismus. Gut war halt auch hier nicht gut genug….

Im Rahmen meiner zweiten Doktorarbeit kam ich wieder mit dem Thema Essstörung in Berührung. Ich wollte über Essstörungen in der Lebensmitte forschen und schreiben, aber meine Doktormutter riet mir ab. Ihrer Meinung nach war es ein immens wichtiges Thema. Aber es gab damals kaum Literatur oder andere Studien. Ich hätte bei null anfangen müssen und hätte demnach entweder Sponsoren finden müssen. Oder selbst mich um die Finanzierung kümmern. Das war kaum machbar. Und ich hatte Angst, dass mir das Thema zu sehr unter die Haut geht.

 

Als ich mit der Promotion fertig war, fiel ich erst mal in ein tiefes Loch….Ich hatte damals einen gut bezahlten Job als Betriebswirtin, mehr akademische Grade als Buchstaben im Nachnamen und fühlte mich leer.

Keine Freunde, die Familie selten gesehen, Beziehungen gingen in die Brüche – und ich habe meine Yogalehrer und Fitnesstrainerausbildung begonnen. Ja, das hat mich ausgefüllt. Obwohl ich auch hier aufpassen musste, dass der Sport, der mir guttut, nicht ins Gegenteil umschlägt.

Die Abschlussprüfungen für beide Ausbildungen waren kurz hintereinander. An einigen Tagen war ich abends total erschöpft – egal. Ich hatte ja ein Ziel vor Augen. Kleine Verletzungen waren an der Tagesordnung. Mein Immunsystem war vermutlich sowieso angeschlagen und dann grassierte ein Norovirus in unserer Gegend. Der ist ja sowieso hoch ansteckend, und mich hat er so umgehauen, dass ich tagelang nur zwischen Bett und Badezimmer pendelte. An Sport war überhaupt nicht zu denken….

Aber ich hatte Zeit, nachzudenken. Wenn man sich selbst gar nicht helfen kann und absolut schwach ist, merkt man erst, wie wichtig die Gesundheit ist. Und vor allem, welchen Raubbau ich trotz gesunder Ernährung mit meinem Körper betrieben habe.

Aber erst mal hatte mich der Alltag wieder.

Fast….

Ich hatte wohl zu schnell zu viel Sport gemacht. Die Prüfungen hatte ich beide bestanden und dachte jetzt, dass alles geht. Und dann: Bandscheibenvorfall. Aber so schmerzhaft, dass ich monatelang sehr starke Schmerzmittel genommen habe. Das Sportprogramm ist auf Sparflamme weitergelaufen. Trainiert habe ich immer, aber diesmal in enger Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten und Orthopäden. Um eine OP kam ich trotzdem nicht herum.

Ich hatte mich dann überraschend schnell von der Bandscheiben OP erholt, aber der Chirurg hat mich trotzdem ins Gebet genommen. Er meinte, wenn ich nicht etwas grundlegend für mehr Entspannung und weniger Stress in meinem Leben sorge, ist der nächste Bandscheibenvorfall fast sicher.

Ich war Mitte 40, hatte panische Angst vor den Wechseljahren. Nicht vor Alter oder Ende der Fruchtbarkeit – sondern vor Extrapfunden.

Bereit für den Richtungswechsel

Aber ich habe so langsam kapiert, dass man trotzdem mit seinem Körper sorgsam umgehen muss. Das Sportprogramm angepasst: weniger Ausdauertraining, mehr Krafttraining, Yoga zur Entspannung und mehr gegessen. Und oh Wunder, ich habe nicht gleich 20 kg zugenommen. Ja, einige Kilo, aber ich wiege mich sehr selten.

Ich habe gelernt, eher auf meinen Körper zu hören. Wie sich etwas anfühlt. Wieviel Energie ich habe.

Ich kann so gut nachvollziehen, wenn Frauen in diesem Alter plötzlich Panik bekommen, weil der Körper sich verändert. Einige scheinen über Nacht 5 kg zuzunehmen und scheinen die Kontrolle zu verlieren.

Aber wenn man versteht, was da vorgeht, ist es gar nicht so schwer, gegenzusteuern. Gelassener zu werden. Das Richtige zu tun und keinesfalls kopflos hungern.

Was ich anderen Frauen sagen möchte

Du kennst wahrscheinlich die Redensart: ändere, was unter Deiner Kontrolle ist, akzeptiere, was Du nicht beeinflussen kannst. Und mache Dich schlau, damit Du erkenst was wohin gehört.

Ab einem bestimmten Alter haben wir mehr Geburtstage hinter uns als vor uns. Wir erkennen erste Abnutzungserscheinungen und allmählich zeigen sich die Folgen eines nicht so gesunden Lebensstils.

Noch können wir die Richtung ändern: gute Ernährung, moderate Bewegung und weniger Stress sind die Säulen, die unseren Körper für die folgenden Jahre stützen und gesund halten soll.

Und Mädels, mit 15 oder 20 steckt der Körper noch einiges weg. Aber in unserem Alter (sorry, wenn ich den Finger in die Wunde lege), sind die Folgen schneller chronisch.

Gerade als Nichtfachfrau fühlen sich viele Frauen hier leicht überfordert. Das Internet macht die Sache nicht einfacher. Man wird manchmal von Information erschlagen.

 

Genau aus diesen Gründen möchte ich Frauen in dieser Situation helfen. Erst mal schauen, wo man schnell handeln sollte, um Schaden abzuwenden.

Oft ist ja eine ärztliche Untersuchung der Wake-Up Call. Wenn dan plötzlich von schlechten Blutwerten, Gelenkschäden und möglichen chronischen Krankheiten die Rede ist.

Unsere Gesundheit – unsere Verantwortung

Viele Menschen erwarten heute von ihrem Arzt ein Rezept zu bekommen: 3 Tabletten täglich und alles wird gut-

Nein, das kann vieles noch schlimmer machen. Wir selbst haben so viel Kontrolle über unsere Gesundheit, das Medikamente nur im Ernstfall genommen werden sollen.

Und man muss keinesfalls auf alle Genüsse für den Rest seines Lebens verzichten. Ich halte es da mit Wilfredo Pareto:

mit 20% Aufwand erzielen wir 80% der Ergebnisse. Oder auf den Lebensstil übertragen: es sind die kleinen Schritte, die Änderungen und Verbesserungen bewirken.

Genau dabei möchte ich Dir helfen. Zu erkennen, welche kleinen Änderungen Du trotz vollgestopftem Terminkalender umsetzen kannst. Es ist viel einfacher, als Du denkst.

 

 

 

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