…oder warum Nährstoffmangel schnell lebensgefährlich werden kann

Sind „erwachsene“ Essstörungen denn anders als bei Teenagern?

Anorexia Nervosa und Bulimie sind Essstörungen, die man in der Regel mit Teenagern und jungen Erwachsenen in Verbindung gebracht werden.

Dass aber auch „ältere“ Menschen davon betroffen sein können, habe ich ja in einem früheren Blogartikel beschrieben.

Egal wie alte die Betroffenen sind, durch die eingeschränkte Nahrungsaufnahme und Kompensierungsmethoden (Erbrechen, exzessiver Sport, Abführmittel) kommt es natürlich früher oder später zu Mangelerscheinungen.

Manchmal ziemlich ernsten Mangelerscheinungen.

Und hier gibt es jetzt einen Unterschied zwischen jungen Menschen und älteren Patienten. „Älter“ in diesem Zusammenhang heiß älter als 25.

Warum?

Ein junger Körper ist widerstandsfähiger. Klar, oft stecken die jungen Mädchen noch in der Pubertät und auch hier können schlimme Schäden entstehen. Aber wenn man erst in der Lebensmitte ist, hat der Körper ja auch schon einiges hinter sich: Krankheiten, Unfälle, Schwangerschaften und Geburten, vielleicht einen ehemals sehr ungesunden Lebensstil. Und (Achtung, Schmerzpunkt): der Alterungsprozess. Ja, schon ab etwa 30 fängt der Körper an, abzubauen. Die Muskulatur vermindert sich, wenn man nichts dagegen tut. Kommt dann noch eine Essstörung hinzu, geht das sehr rasant.

Was alle Altersgruppen gemeinsam haben, ist die Angst vor dem Essen und die Furcht vor dem Zunehmen.

Nährstoffmangel - den Tatsachen ins Auge sehen

Den Tatsachen ins Auge sehen kann Dein Leben retten

Wo sollte man bei Nährstoffmangel anfangen?

Aber bevor man überhaupt Mineralstoff- und Vitaminmangel anschaut, muss man sich um die Elektrolyte kümmern.

Noch ein Schocker: ja, ein Teil der Betroffenen sterben an der Essstörung, sowohl Bulimiker als auch Magersüchtige. Eine Todesursache sind Elektrolytentgleisungen. Ich werde dieses wenig angenehme Thema nochmals separat aufgreifen, weil jede Betroffene wissen muss, wo die größten Gefahren lauern.

Für mich als Ernährungsberaterin entsteht hier ein Dilemma: nämlich, wenn ich rausfinden will, wie ernst die Lage ist. Selbst wenn die Betroffenen bereit sind, ein Blutbild machen zu lassen, hilft das oft nicht weiter. Die Werte sind relativ normal!

Der Grund dafür ist die Homöostase. Der Körper muss immer ein bestimmtes Milieu aufrechterhalten, damit alle Prozesse reibungslos funktionieren. Wenn also zu wenig Kalzium aufgenommen wird, der Körper braucht aber eine bestimmte Menge im Blut, besorgt er es sich da, wo es gespeichert wird: aus den Knochen. Wenn es dann noch auf die Menopause zugeht, ist das eine Katastrophe und die Osteoporose vorprogrammiert.

Ich muss also versuchen, aus den Ernährungsprotokollen gute Informationen zu bekommen. Und hier hängt es natürlich sehr von der Kundin ab, wie ehrlich sie ist.

Da auch jeder Fall anders gelagert ist, kann ich keine Standardbefragungen durchführen, sondern muss mich oft auf meine Erfahrung,  mein Bauchgefühl und meine Menschenkenntnis verlassen.

 

Wenn Nahrungsergänzung gefährlich werden kann

Viele der Betroffenen wissen ja tief innen drin, dass ihre Ernährung nicht gesund ist und verordnen sich selbst daher Nahrungsergänzungsmittel.

Das ist eigentlich vernünftig und ein guter Anfang, aber das sollte gezielt vorgenommen werden. Wenn man nach dem Zufallsprinzip irgendwas schluckt, kann man die Situation sogar noch verschlimmern.

Bestimmte Vitamine und Mineralstoffe müssen in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. Und das hängt natürlich auch wieder davon ab, was gegessen wird. Und was eventuell rausgebrochen, rausgeschwitzt oder sonst wie abgegeben wird.

Mädels, wenn man eine Essstörung hat und noch etwas leben will, muss man etwas tun. Ich kann die Angst vor dem Essen nachvollziehen, und wenn irgend möglich sollte man in kleinen Schritten anfangen. Sich nicht überfordern. Hilfe holen.

Aber um sich Zeit zu verschaffen, sollte man unbedingt den Nährstoffmangel durch eine hochwertige Nahrungsergänzung abfangen und ausgleichen.

Und da müsst Ihr mithelfen und ehrlich sein..

 

Elektrolytverschiebungen

Ich hatte ja schon kurz die Bedeutung der Elektrolyte angesprochen.

Die größte Gefahr bei Essstörungen geht dabei eigentlich von den Kompensierungsmethoden aus, um das Essen schnell wieder los zu werden. Egal, ob durch Erbrechen, durch Missbrauch von Abführmitteln oder exzessivem Sport mit starkem Schwitzen: damit verbunden ist immer ein Verlust von wichtigen Elektrolyten.. Hier entsteht der Nährstoffmangel schon alleine durch diese Maßnahmen, Unddie unzureichende Aufnahme kommt noch dazu.

  • Bei regelmäßigem Erbrechen treten Kaliummangel (Hypokaliämie) und/oder ein Mangel an Chloriden (hypochlorämische Alkalose) auf.
  • Regelmäßiger Abführmittelmissbrauch kann Magnesiummangel (Hypomagnesämie) und ein Mangel an Phosphaten (Hypophosphatämie) verursachen.
  • Nicht selten findet man auch eine viel zu niedrige Natriumkonzentration. Dies wird verursacht durch: zu viel Bewegung mit starkem Schwitzen, Trinken von größeren Mengen Wasser und gleichzeitig zu wenig Kochsalz in der Nahrung.  Wenn dann noch Abführmittel oder Diuretika dazukommen, wird die Lage kritisch.

Und hier passiert es auch oft, dass Laboruntersuchungen normale Werte im Blut aufweisen, wenn der Patient dehydriert ist. Dehydriert in diesem Zusammenhang bedeutet nicht, dass die Leute zu wenig trinken, sondern dass zu wenig Natrium im Körper ist, um Wasser zu speichern.

Achtung: da alle diese Elektrolyte für die Reizleitung im Körper notwendig sind, kann es bei Mangel zu Herzversagen kommen.

Und noch eine Warnung: wenn man anfängt, wieder zu essen und in einem sehr schlechten Zustand ist, können die Elektrolyte komplett verrückt spielen und es kommt zu lebensgefährlichen Entgleisungen.

 

Was genau passiert da?

Eine Erhöhung der Kalorienzufuhr löst eine Kaskade von Verbesserungen im Stoffwechsel aus. Das ist gut.

Das Gewebe und Zellen reparieren sich wieder (was vorher auf Sparflamme lief) und die Nährstoffausnutzung ist erhöht. Es wird jetzt alles in die Zellen verbracht, wo es während der Mangelphase entzogen wurde. Dadurch wird der Blutserumspiegel niedriger, was zur Krise führen kann, obwohl der Patient wieder mehr isst. Hier ist vor allem auf Phosphor, Magnesium und Kalium zu achten, die jetzt wieder von den Zellen aufgenommen werden. Der jetzt ungenügende Serumspiegel kann tödlich sein, wenn nicht eingegriffen wird.

Hört sich dramatisch an?

Ja, ist es durchaus und ich kann es leider aus eigener Erfahrung bestätigen. Zum Glück lag ich zu diesem Zeitpunkt schon in einer Uniklinik und konnte direkt intensivmedizinisch behandelt werden. Beginnendes Nierenversagen und Gefahr eines Herzstillstandes. Allerdings war mein BMI deutlich unter 15, also extrem niedrig.

Soweit darf es also keineswegs kommen.

Patienten, die in einem frühen Stadium eine Behandlung beginnen und langsam anfangen, sich gesünder zu ernähren, haben möglicherweise keine Probleme, wenn sie Elektrolyte in Form von Nahrungsergänzungsmitteln nehmen. Bei Frauen, die sehr untergewichtig sind oder in einem schlechten Allgemeinzustand sind, ziehe ich immer einen Arzt dazu.

Manchen Ladies ist das peinlich und Mediziner sind nicht immer feinfühlig.

Aber die Alternative ist der Tod!

 

Das war jetzt starker Tobak, ich weiß….

Im zweiten Teil der Serie gehe ich dann auf die anderen Vitamin- und Mineralstoffänderungen ein.

Nährstoffmangel - die Seele leidet und der Körper zerbricht

Wenn die Seele leidet, kann der Körper zerbrechen

Wenn es Dir schlecht geht, egal, ob jetzt körperlich oder seelisch, sprich mich an und warte nicht.

Ich biete ein kostenloses Erstgespräch an, wo wir gemeinsam entscheiden können, was getan werden muss, um Dir schnell zu helfen. Es soll wieder Freude am Leben einkehren!