Es ist Dezember und wie alle Jahre wieder schleichen sich zusätzliche Pfunde auf Bauch und Hüften.

Die meisten Menschen blenden das erst mal aus, schlemmen im Dezember und verlassen sich auf die guten Vorsätze zum Neuen Jahr. Dazu gehört “Gewicht verlieren“, oder im Klartext “Diät“. Meistens eine sehr strikte Hungerkur, die spätestens am 15. Januar schon Geschichte ist.

Die Frauen (manchmal auch Männer), die schon dabei sind, abzunehmen, bekommen Panik und wollen die ersten Erfolge gefährden.

Kein Grund zur Aufregung, Weihnachten ist ein Fest der Freude.

Von mir bekommst Du einige Tipps, wie Du die Feiertage leichter überstehen kannst. Und zwar „leichter“ im wahrsten Sinne des Wortes.

Versuche nicht, jetzt abzunehmen. Gewicht halten, lautet das Ziel

Das gilt gerade für Menschen, die ein Langzeitprogramm zum Abnehmen machen. Betrachte diese Zeit als Pause vom Abnehmen, als Konsolidierungsphase. Und selbst wenn es ein, zwei Pfund mehr sind – nicht das Ende der Welt. Im Übrigen ist das meistens eine normale Gewichtsschwankung, weil der Körper mehr Wasser einlagert. Wenn Du zu viel gegessen hast, solltest Du nicht unbedingt am nächsten Tag auf die Waage steigen.

WeihnachtsessenDu solltest aber auch keinesfalls versuchen, jetzt nur von gedämpftem Gemüse und weißer Hähnchenbrust zu leben. Das kann dann ganz schnell zu Heißhungerattacken führen. Die dann manchmal die ganze Woche anhalten.

Planen, Planen, Planen

Jetzt ist die Zeit, wo die meisten Veranstaltungen stattfinden. Familienfeiern, Firmenweihnachtsfeiern, gesellschaftliche Events, kulturelle Veranstaltungen, Weihnachtsmärkte – die Liste ist lang.

Es ist zwar toll, wenn man überall eingeladen wird und zeigt, dass man beliebt oder wichtig ist. Aber wenn man so jeden Tag im Dezember ausgebucht ist – dann ist es zu viel.

Schaue Dir Deinen Kalender an, um zu sehen wann welche Feste geplant sind. Jetzt ist die Zeit um zu hinterfragen:

  • muss ich da überall hin?
  • kann ich mir die Veranstaltungen rauspicken, wo ich mich wirklich drauf freue.

Klar, manchmal gibt es Verpflichtungen, denen man nicht entgehen kann. Die Weihnachtsfeier in der Firma, zum Beispiel. Aber oft reicht es ja schon, sich für einige Stunden zu zeigen.

Aber zurück zum Essen: In der Regel weißt Du, was Du erwarten kannst und welche Köstlichkeiten es gibt.

Beispiel 1: Weihnachtsfeier im Betrieb (der Klassiker, für den es wohl die meisten Verhaltensregeln gibt)

Strategie:

  • Frühstücke ordentlich, um eine Basis zu schaffen.
  • Vor der Party solltest du auch etwas essen, am besten etwas Proteinhaltiges. Vollkornbrot mit Hähnchenbrust, hartgekochtes Ei oder einen Proteinshake
  • Dann schaue dir an, was es zu essen gibt. Greife zu bei Gemüse, Geflügel und Fisch
  • Zurückhaltung beim Alkohol, bitte. Nach einigen Gläsern Glühwein oder Punch trifft man keine guten Entscheidungen mehr. Weder, was Essen angeht, noch, was man Kollegen erzählt.
  • Ist die Versuchung zu groß, ab auf die Tanzfläche
  • Oder sich verabschieden, wenn der Alkoholspiegel bei den Kollegen steigt.

Alkohol besser nicht

Bitte NICHT: den ganzen Tag hungern, um Kalorien zu sparen. Das funktioniert nicht. Wenn man dann den Abend mit Alkohol beginnt, ist es ganz schlecht. Den Heißhunger bekommt man nicht mehr unter Kontrolle, Zunge und Beine wahrscheinlich auch nicht. Gerade auf einer Betriebsweihnachtsfeier eine ganz schlechte Kombination.

Beispiel 2: Weihnachtsessen mit den Schwiegereltern, Patchworkfamilie oder schwierigen Familienmitgliedern. Also alle Gelegenheiten, wo es Konfliktpotential gibt.

Strategie:

  • Stelle dich als Fahrer zur Verfügung. Damit umgehst du schonmal den Alkohol
  • Sage immer wieder, wie toll es schmeckt, aber lehne jeden Nachschlag ab
  • Nimm dir für den darauffolgenden Tag was Sportliches vor: langer Spaziergang mit Partner oder Freunden, Fitnessstudio, mit jemandem den du wirklich magst
  • Im Notfall, falls du das Essen nicht mal magst: Magenverstimmung vortäuschen.

Nicht vergessen: Du bist erwachsen, keiner kann Dich zwingen, alles zu essen, was es gibt. Egal, wo Du eingeladen bist:

  • Immer erst mal den Teller mit Gemüse beladen
  • Magere Fleisch- oder Fischsorten wählen
  • Kein Nachschlag

Und nur das essen, was wirklich etwas Besonderes ist und es sonst nicht gibt. Damit kommen wir zur Wunschliste

Erstelle eine Wunschliste

Nein, hier spreche ich nicht von einer Geschenkliste, sondern einer Liste von Weihnachtsköstlichkeiten, die Du wirklich magst. Die Du selbst nie kochen könntest oder wolltest und die es nur zur Weihnachtszeit gibt.

Wunschliste - genießen, ohne Extrapfunde

 

Damit vermeidet man schonmal, dass man gedankenlos alles in sich reinstopft, was gerade so angeboten wird.

Selbstgemachte Vanillekipferl? Ja, bitte. Billige Plätzchen aus dem Supermarkt, die im Büro überall rumstehen? Muss nicht sein.

Denke drüber nach, was Du einkaufst

Gerade um Weihnachten gerät man leicht in die Versuchung, viel mehr zu kaufen, als man braucht. Es könnte ja unangekündigter Besuch kommen, es sollen ja alle satt werden.

Du kennst das wahrscheinlich. Nach den Feiertagen ist viel übrig, zum Wegwerfen ist es zu schade, also wird schlimmstenfalls alles irgendwie gegessen.

Besser ist, möglichst genau zu planen, was Du kochen willst, wer wann zum Essen da ist und dann hochwertige Lebensmittel zu kaufen.

Etwas Reserve ist ok, aber es kommt keine Armee zum Essen. Und alle Geschäfte sind direkt nach Weihnachten wieder geöffnet.

XXL Portionen bringen Extrapfunde

Keine XXL Portionen

Wenn man in gemütlicher Runde zusammensitzt, sich nett unterhält und wirklich leckere Sachen ständig vor der Nase stehen, isst man meistens viel zu große Portionen.

Aber ist es das wert? Ein tolles Essen, aber dann Bauchweh, der Rock sitzt zu eng und man fühlt sich körperlich schlecht.
Lieber aufs Essen oder auf die Unterhaltung konzentrieren, nicht beides gleichzeitig. Und rechtzeitig aufhören – morgen ist auch noch ein Tag.

Familientraditionen auf den Prüfstand stellen

  • Es gab schon immer Gans/Ente/Pute oder was auch immer. Weihnachtsessen sind immer sehr reichhaltig, aber ist das noch zeitgemäß?
  • Wer nimmt überhaupt am Essen teil?
  • Mögen überhaupt alle Familienmitglieder dieses Essen?

In Zeiten, wo es nicht alles im Überfluss gab, hatte ein opulentes Weihnachtsessen einen Sinn, aber heutzutage nicht mehr.

Dazu kommen alle möglichen Allergien, Unverträglichkeiten, Vegetarier, Veganer, Paleoanhänger, Low Carb und No Carb Jünger. Wenn die dann alle zum Weihnachtsessen kommen, wird es schwierig.

Warum nicht jetzt mit Traditionen brechen?

Eine Idee, die in meinem Bekanntenkreis gut funktioniert:

  • Jeder bereitet ein Gericht zu und bringt es mit.
  • Eine vegetarische und eine Low Carb Vorspeise
  • Ein veganes Hauptgericht und ein Fleischgericht
  • Desserts von verschiedenen Ernährungsrichtungen
  • Wenn man dann noch ausländische Freunde hat, die aus Ihrem Kulturkreis etwas mitbringen, wird es international.

Das verlangt zwar etwas Koordination, kann aber neuen Schwung und mehr Toleranz an die Weihnachtstafel bringen.

Körperliche Bewegung – ja bitte

Schlittschuhlaufen - Bewegung, gegen Extrapfunde

Ja, es gibt viel vorzubereiten oder zu organisieren, aber mit etwas Überlegung lässt sich immer körperliche Bewegung einplanen. Jede kleine Einheit ist besser, als stundenlang vor dem Fernseher, am Esstisch oder in geselliger Runde zu sitzen. Es kommt auch auf die Einstellung an, ob man Bewegung als etwas Negatives ansieht oder Freude daran hat.

  • Zusammen zum Weihnachtsmarkt? Warum nicht das Auto etwas weiter weg parken und zu Fuß laufen.
  • Schnee schaufeln? Klar, muss sein. Aber wenn man es als Workout ansieht, ist es weniger lästig.
  • Weihnachtsbaum selbst schlagen? Kann ein Riesenspaß sein, wenn es die Familie zusammen macht. Natürlich nur da, wo es erlaubt ist.
  • Fernsehabend? Einfach die Fernbedienung etwas weiter weglegen
  • Telefonanrufe? Aufstehen und rumlaufen.

Die letzten beiden Punkte stammen übrigens von einem Orthopäden, um Rückenschmerzen vorzubeugen.

Es gibt viele Kleinigkeiten, Dinge, die sich leicht planen lassen. Ganz wichtig: gelassen bleiben, die Weihnachtsfeiertage zum Entspannen nutzen.

Es ist Winter und die Natur schaltet einen Gang zurück. Wir Menschen halten zwar keinen Winterschlaf, aber Stress machen wir uns ja meistens selbst.

weihnachten geht auch schlank

Ich wünsche Euch allen ein friedliches und entspanntes Weihnachtsfest