Studien haben doch immer wieder bestätigt, dass eine vegane Ernährung das Risiko an Herzkreislauferkrankungen oder Krebsarten vermindern kann. Außerdem sind Veganer in der Regel schlanker.

Alles Gründe und Erklärungen, warum immer mehr Menschen sich vegan ernähren.

Aber diese Ernährungsweise ist keinesfalls narrensicher, wie dieser Artikel zeigt. Zuviel von den falschen Nahrungsmitteln ist schädlich. Aber genauso ungesund ist ein Mangel an bestimmten Nährstoffen. Seit vegane Ernährung so im Trend ist, stolpern viele Menschen in eine Mangelernährung. Das passiert, wenn man ohne Sachkenntnis seine Ernährung ganz gravierend ändert.

Die Anzeichen, dass die vegane Ernährung Dir nicht bekommt, sind leicht zu entdecken:

 

  • Irgendwie passt eine vegane Ernährung nicht in Deinen Alltag

Für Fleischesser ist es kein Problem, irgendwas zu Essen zu finden, egal wie hektisch es ist. Curry Wurst, Burger, Döner – überall zu finden.

Veganer, die nicht vorgeplant haben, greifen dann oft auf einen einfachen Salat zurück. Oder weichen auf Nahrungsmittel aus, die zwar keine tierischen Bestandteile haben. Aber auch nicht unbedingt gesund sind: Brötchenveganer. Allmählich gibt es zwar mehr vegane Angebote, aber auch hier gilt: genau hinschauen. Vegane Convenience Produkte sind oft sehr stark be- und verarbeitet und damit ungeeignet für eine gesunde Ernährung.

 

  • Dein Bauch ist ständig aufgebläht

Dieses Problem kennen die meisten Frauen. Wenn man dann auf eine komplett vegane Ernährung mit Gemüse und Hülsenfrüchten umstellt, scheint es sich zu verschlimmern. Klar, diese Ernährungsweise ist sehr ballaststoffhaltig, was ja eigentlich gesund ist. Aber der Körper muss sich langsam umstellen können. Viel Wasser und Gemüse weich kochen helfen zwar in der Umstellungsphase. Aber besser ist es, die Ernährung langsam umzustellen.

 

  • Du nimmst zu – obwohl Du Dich strikt vegan ernährst

In der Zwischenzeit gibt es ja mehr und mehr vegane Optionen bei Snacks und Fertigmahlzeiten, Schokolade, Keksen und anderen Leckereien. Und die sind keinesfalls kalorienarm! Oft werden Nüsse verarbeitet, die fettreich sind. Alles sehr gesund, aber auch von zu vielen gesunden Kalorien nimmt man zu

 

  • Du bist dauermüde

Hier gibt es einige Möglichkeiten, warum eine vegane Diät Dich müde macht:

Du isst zu viel Brot und Getreideprodukte und bekommst zu wenig essentielle Aminosäuren und gesunde Fette. Dadurch geht Dein Blutzuckerspiegel rasch in den Keller und Du bist müde. Und schnell wieder hungrig.

Oder Dir fehlen bestimmte Vitamine und Mineralstoffe (B12, Eisen). Die kommen bei einer rein veganen Diät oft zu kurz. Hier solltest Du mit einem Ernährungsberater sprechen, oder, wenn ein Mangel durch eine Blutuntersuchung bestätigt wurde, entsprechende Nahrungsergänzungsmittel nehmen.

 

  • Eigentlich magst Du gar kein Obst und Gemüse….

,,,,ernährst Dich aber vegan, um abzunehmen. Oder um cool zu sein.

Damit bleiben Dir aber wenig Optionen an Nahrungsmitteln. Im Englischen sagt man, diese Menschen ernähren sich von den 3 Ps: Pasta, Peanutbutter-Gelee- Sandwich und packaged Snacks, also abgepackte Snacks.

Man kann sich vegan und trotzdem sehr ungesund ernähren. Der Körper merkt das recht schnell.

 

  • Du isst Fleischimitate in großen Mengen

Seit die vegane Diät so populär ist, springen viele Firmen auf und produzieren Fleischersatz in vielen Variationen. Und dann sprechen wir wieder von industriell hergestellten Nahrungsmitteln mit viel Salz, Zucker und Geschmacksverstärkern. Aber strikt vegan!

Saitan ist so ist ein Beispiel. Der wirkliche Hammer: Saitan w

ird aus Weizenkleber hergestellt, auch bekannt als Gluten.

 

  • Du bist ein-bis zwei Stunden nach dem Essen wieder hungrig

Oft ist dies ein Zeichen, dass zu wenig Protein in der Mahlzeit enthalten war. Oder dass Proteinquellen nicht überlegt kombiniert wurden, und der Körper damit nicht die Bausteine hat, um essentielle Aminosäuren herzustellen.

 

Fazit:

Eine dauerhaft vegane Ernährung sollte durchdacht sein, um keine Mangelzustände zu riskieren. Es macht immer Sinn, zu Beginn einen Ernährungsberater oder Ernährungsmediziner zu konsultieren, und zu lernen, wo die eigenen Schwachstellen liegen könnten.

Außerdem sollte man einmal im Jahr das Blut auf eventuelle Mängel untersuchen lassen. Nicht nur als Veganer.

 

Meine Meinung:

Dies ist meine Meinung zum Thema „Vegan“:

Ich bin Ernährungsberaterin und damit liegt mir in erster Linie die Gesundheit der Menschen am Herzen. Klar, Tierwohl und Ökologie spielen eine Rolle. Aber ich kann nicht die Welt retten, wenn ich mangelernährt bin und der Kopf nicht funktioniert. Oder mein privater Ansatz: ich kaufe Fleisch nur beim Bio Bauern, den ich kenne. Wo ich weiß, dass die Tiere gut behandelt werden. Das ist fast doppelt so teuer, wie Supermarktfleisch. Aber ich esse es auch nicht jeden Tag. Manchmal nicht mal jede Woche.

Wer von einer Mischdiät auf vegan umstellt, sollte sich unbedingt beraten lassen. Gerne stehe ich dafür zur Verfügung. Außerdem muss man bereit sein, sich ständig intensiv mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen und nicht mal eben irgendwas weglassen. Um essentielle Aminosäuren zu bekommen, müssen pflanzliche Proteinquellen richtig kombiniert werden. B12 und Eisen sind 2 andere Problembereiche. Selbst wenn man sich sein Gemüse selbst zieht, bekommt man nicht alles, was man braucht. Die Böden sind einfach zu ausgelaugt und der Vitamin- und Mineralstoffgehalt viel niedriger, als noch vor 30 Jahren.

Und mein letzter Punkt:

Wenn Erwachsene sich für eine vegane Ernährung entscheiden, gut. Aber für Kinder, Schwangere und Hunde ist eine rein vegane Ernährung ungeeignet.

Bild von Jill Wellington auf Pixabay