Die meisten Kundinnen, die zu mir kommen, sind Mitte 40 bis Ende 50 und suchen Hilfe. Die Geschichte ist (fast) immer die gleiche: ganz langsam haben sich die Pfunde angeschlichen. Was erst nach einer normalen Gewichtsschwankung aussah, hat sich dauerhaft auf den Hüften niedergelassen.

Und will nicht wieder weg….. ja, die Hormone verabschieden sich so langsam. Auch wenn Frau mit Mitte 40 die Wechseljahre noch gar nicht auf dem Schirm hat.

Neben Hitzewallungen, Herzrasen, flexibler Stimmungslage und explosiver Laune ist die Gewichtszunahme ein Problem, unter dem die meisten Frauen leiden.  Und das bei gleichbleibenden Essgewohnheiten. Ist doch nicht fair, oder? Alle Diäten, die früher mal funktionierten, enden mit…..MEHR GEWICHT.
Willkommen im Jo-Jo-Club.

Gut zu wissen: niemand ist „schuld“ an der Gewichtszunahme. Am allerwenigsten wir Frauen selbst. Es hilft aber, zu verstehen, was genau passiert.

Nun gut, wenn wir Sündenböcke brauchen: es sind die Hormone.
Aber die machen auch nur ihre Arbeit. Beziehungsweise sie haben ihre Arbeit getan.

 

Hormone 1: Östrogen – ich bin dann mal weg

Gestatten: Östrogen. Eines der Hormone, die wichtig für den weiblichen Zyklus und Schwangerschaft sind.
Und ab Mitte 40 sind sie mit ihrer Arbeit durch und stellen sich auf den Ruhestand ein.

Der Körper mag aber keine Veränderungen und reagiert sehr sensibel auf kleinste Schwankungen.

Da werden jetzt die Pölsterchen dringend gebraucht: weiblichen Fettzellen sind in der Lage, Östrogen zu produzieren.

Wenn der Östrogenspiegel zu sinken beginnt, werden die Fettzellen aktiv, greifen ein und unterstützen die Eierstöcke, die faul werden. So ist es keine Überraschung, dass üppige Frauen mit mehr Fettzellen weniger Beschwerden (Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen) in den Wechseljahren haben.

Damit die Fettzellen ihren Job machen können und mit etwas Östrogen aushelfen, werden Enzyme aktiviert, die Fett speichern. Enzyme, die die Fettverbrennung unterstützen, werden deaktiviert.
Nicht unbedingt das, was eine figurbewusste Frau sich wünscht.
Siehe es erst mal von der positiven Seite: Östrogen hält unsere Haut jung und glatt.
Und es ist keineswegs so, dass wir da jetzt komplett hilflos und ausgeliefert sind. Was die Situation immer verschlimmert: Hungerkuren, Crashdiäten & Co. Jetzt heißt es, mit viel Geduld und langsam vorgehen.

Daher mein Tipp an dieser Stelle: NIEMALS hungern.

Um präzise zu sein: nicht unter den Grundumsatz kommen. Oder höchstens mal einen Tag. Nach 48 Stunden wittert der Körper eine Hungersnot. Die Hormone arbeiten alle zusammen und es spricht sich schnell rum, wenn gehungert wird.

 

Hormone 2: Insulin – wenn die Bauchspeicheldrüse unzuverlässig wird

Was fällt Dir als erstes ein, wenn Du „Insulin“ hörst? Bei den meisten Menschen ist es wohl Diabetes. Die bekommt man dann, wenn die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin produziert

Insulin ist notwendig, um Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schaffen.
Aber wenn der Östrogenspiegel sinkt, kann es zur Insulinresistenz kommen: die Bauchspeicheldrüse muss härter arbeiten, das Insulin wirkt nicht mehr richtig. Man hat zwar etwas gegessen, das Gehirn signalisiert aber immer noch HUNGER.

Ist der Blutzucker zu niedrig, kommt Heißhunger. Das Gehirn schlägt Alarm, weil es Glukose (aka Zucker) braucht.
So richtig gemein wird es aber, wenn man viele einfache Kohlenhydrate futtert: Brötchen, Pasta, Reis, Schokolade und Süßigkeiten gehören dazu. Diese Lebensmittel sind ganz schnell in Zuckermoleküle aufgespalten und gelangen schnell ins Blut
Um den ganzen Zucker dann aus dem Blut zu entfernen, wird viel Insulin ausgeschüttet.

Nach dem „Schokoladen High“, dem angenehmen, entspannenden Gefühl, wenn wir Schokolade essen, kommt der Absturz: die hohe Insulinausschüttung senkt den Blutzuckerspiegel unter den normalen Wert. Wir fühlen uns müde und nur der nächste Zuckerschub hilft.

Das bedeutet: Achterbahnfahrt des Blutzuckerspiegels, durch schlechte Ernährung. Und das zu einer Zeit, wo wir emotional sowieso hochflexibel sind. Oder um es anders zu sagen: launisch. Irgendwo zwischen Panik und Ekstase.

Auch die Körpertemperatur ist hochflexibel: von tiefgefroren auf gar gekocht in 10 Sekunden.
Das muss man nicht noch durch starke Blutzuckerschwankungen verschlimmern.

Mein Tipp 1: weniger einfache Kohlenhydrate und mehr komplexe Kohlenhydrate (Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte) essen – dann bleibt der Blutzuckerspiegel länger stabil, die Bauchspeicheldrüse muss nicht so hart arbeiten und wir sind leistungsfähiger.

Mein Tipp 2: vermeide es, zu lange nichts zu essen und sehr hungrig zu werden. Die Amerikaner haben für diesen Zustand ein neues Wort kreiert:
Aus hungry (hungrig) und angry (gereizt) wird HANGRY.
Und dann sind wieder die Wechseljahre schuld…..

 

Hormone 3: Wenn die Schilddrüse zur Schildkröte wird

Jeder von uns hat schon gehört, dass eine faule Schilddrüse der Grund für eine Gewichtszunahme sein kann.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (d.h. es werden zu wenig Schilddrüsen Hormone gebildet) schaltet der Stoffwechsel einige Gänge zurück. Man friert, ist müde, hat keine Energie.

Umgekehrt, bei einer Überfunktion ist der Motor überdreht. Man wird hyperaktiv, kann mehr essen und verliert trotzdem an Gewicht.

Auch hier lösen die fauler werdenden Östrogene etwas aus: oft wird auch die Schilddrüse träge und produziert weniger Schilddrüsenhormone.

Das muss noch keine behandelbare Unterfunktion sein, aber der Körper registriert kleinste Schwankungen. Daher schaltet der Stoffwechsel einige Gänge zurück. Man friert, ist müde, hat keine Energie.

Tipp 1: die Schilddrüse überprüfen lassen. Wenn die Werte niedrig sind, mit dem Arzt besprechen, ob es Sinn macht, mit einem Schilddrüsenhormon zu ergänzen.

Und manchmal tragen wir selbst dazu bei: wenn wir über längere Zeit eine strikte Diät einhalten und die Kalorienzufuhr unter ca. 1200 Kalorien pro Tag senken (die Grenze ist natürlich individuell verschieden), schlägt der Körper Alarm: er wittert eine Hungersnot und schaltet den Stoffwechsel drastisch zurück, indem er weniger Schilddrüsenhormone produziert. Schade, dass wir ihm nicht erklären können, was los ist…..

Tipp 2: den habe ich zwar schon oft gegeben, aber hier passt er auch wieder perfekt: nicht hungern, keine Extremdiäten. Selbst wenn man kurzfristig Gewicht verliert – es kommt ganz schnell wieder

Wenn Du mehr zum Thema “Schilddrüsengesundheit” wissen möchtest, empfehle ich diesen Blogartikel von Dr. Annette Pitzer.

Hormone 4: Schokolade macht glücklich – wirklich?

Die Antwort lautet: ja, aber…Es ist der Neurotransmitter Serotonin, der das bewirkt. Ein Glückshormon, das vom Körper gebildet wird.

Ein Mangel kann durchaus zu Depressionen führen. Und es überrascht Euch jetzt wohl nicht mehr, dass auch die Produktion von diesem „Stoff“ gedrosselt wird. Eigentlich kaum zu glauben, dass diese blöden Hormone alle nachziehen, nur weil die Östrogene es vorgemacht haben…..Ist aber so.

Und wie merken wir, dass Serotonin fehlt? Richtig: Appetit auf Schokolade. Oder stärkehaltige Nahrungsmittel. Pasta, zum Beispiel.

Schokolade lässt nachweislich den Serotoninspiegel ansteigen. Es stimmt also, Schokolade macht glücklich, wenn auch nur für kurze Zeit. Und auch nur dunkle Schokolade. Aber auch dunkle Schokolade hat Kalorien und der Serotoninspiegel bleibt nicht ewig hoch.

Es gibt allerdings noch mehr Möglichkeiten mit unserer Ernährung hier einzugreifen: Bananen, Ananas, Kiwi, Kakao sind einige der Lebensmittel, die helfen.

Mein Tipp: Sport hilft ebenfalls, den Serotoninspiegel zu erhöhen.

 

Hormone 5: Warum Stress uns dick macht

Du hast bestimmt auch schon den Satz gehört: „Stress macht dick.“ Das stimmt, durch Stress nehmen wir zu. Schlimmer noch: durch dauerhaften Stress wird die Reserve da eingelagert, wo wir es gar nicht wollen: im Bauchraum.

Und ich glaube, es gibt nur ganz wenig Frauen, die in den Wechseljahren tiefenentspannt sind….

In Stresssituationen schüttet der Körper vermehrt Stresshormone aus, unter anderem Adrenalin und Kortisol. Das ist eine gute Sache und veranlasst den Körper schnellstens Energie (Zucker, Glukose) bereitzustellen. So können wir vor dem Tiger davonlaufen. Oder uns verteidigen.

Anders sieht die Sache aus, wenn wir heute Stress haben und nicht rennen oder uns prügeln. Das ist wahrscheinlich heute eher der Fall, auch wenn wir unserem Chef gerne mal eins auf die Nase geben würden.

Es wird also keine Energie verbrannt und trotzdem durchläuft der Körper den gesamten Prozess. Und wir bekommen Hunger. Auf Schokolade.

Das heißt: Energiereserven sind zwar bereitgestellt worden, wurden aber nicht gebraucht. Trotzdem gibt es jetzt Nachschub.

Wenn das oft passiert, nehmen wir nicht nur zu, weil wir mehr essen, als wir verbrennen. Nein, zusätzlich haben wir noch die „Stress Fett“ Reserven in unserem Bauch. Also das gefährliche Bauchfett.

Die Stress Hormone

Stress 2.0

Unser Körper hat ja gelernt, dass es regelmäßig Stress gibt, also wird der „Brennstoff“ gebunkert. Und wir wundern uns, warum der Hosenbund kneift und unsere Taille zu verschwinden scheint.

Mein Tipp (Du kannst es Dir sicher schon denken): Bewegung! Wenn es geht, in oder direkt nach der Stresssituation.

Und noch eine Seite, wo Du Hilfe bei Stress bekommst: LOS mit Gudrun – Leben Ohne Stress

Fazit:

Wir sind keineswegs machtlos unseren Pfunden ausgeliefert. Im Gegenteil, unser Körper sagt uns jetzt, dass es an der Zeit ist, etwas für die Gesundheit zu tun.

Es gibt zwar gemeinsame Themen, aber jede Frau ist einmalig und jede Frau muss ihren eigenen Weg gehen.

Wenn Du Dich auf diesen Weg machen willst und Hilfe brauchst – vereinbare ein kostenloses Gespräch mit mir.