Als Gela Löhr mich eingeladen hat an dieser Blogparade wieder teilzunehmen, brauchte ich nicht lange zu überlegen. Das Thema in diesem Jahr: WEIBLICHE LUST AB 40: SEXY, WILD & SINNLICH. ODER ETWA NICHT?

Weibliche Lust oder Sexualität sind zwar nicht meine Kernkompetenz (und das dürft Ihr jetzt auslegen, wie Ihr möchtet), aber die Beziehung zum eigenen Körper, Selbstakzeptanz und Selbstachtung sind Themen in meiner Beratung.

Und wenn neue Kundinnen zu mir kommen, ist diese Beziehung oft gestört.

 

Endlich mehr Zeit für uns

Ab 40 wird vieles anders.

Die Kinder sind aus dem Haus und man ist wieder mit dem Partner alleine. Für rund 20 Jahre drehten sich die Gespräche immer um Kinder, Karriere und vielleicht noch ums Haus.

Und jetzt?

Endlich Zeit, um alles nachzuholen, was zu kurz gekommen ist.

Reisen, ohne auf die Schulferien Rücksicht nehmen zu müssen.

Spontan etwas tun, worauf man gerade Lust hat. Lust? Ja, da war doch noch was….

Endlich wieder spontaner Sex.

Es heißt ja immer, der weibliche Körper ist ein Spätzünder. Erst wenn wir unseren Körper besser kennen, macht es uns auch mehr Spaß. Wenn dann noch die Sorge um eine ungewollte Schwangerschaft wegfällt, kann man es doch so richtig krachen lassen.

Oder?

 

Phantasie trifft auf Realität

Aber Realität und weibliche Lust passen dann oft nicht mehr. Zumindest sagt das der eigene Kopf. Und manchmal auch der eigene Partner/Ehemann.

Ja, wir haben unsere Körper besser kennengelernt. Er hat Kinder hervorgebracht und auch sonst einiges mitgemacht. Schwangerschaftsstreifen, einige Pfunde mehr, nicht immer der gesündeste Lebensstil.

Und das sieht man jetzt.

Oder besser gesagt, wir selbst sehen das. Manche Männer sind auf diesem Auge (Gott sei Dank) blind.

Dafür sind wir umso selbstkritischer. Und plötzlich ist der Kopf das eigentliche Problem.

Wir fühlen uns nicht mehr attraktiv. Überhaupt nicht mehr.

Wir vergleichen unsere Körper mit denen junger Models in Hochglanzmagazinen. Ja, eigentlich wissen wir, dass die IMMER digital bearbeitet sind. Und trotzdem….Selbstkritik, manchmal bis zum Hass auf den eigenen Körper.

Je nach Alter geht es noch etwas schlimmer: von harmlosen Wehwehchen bis zu chronischen Krankheiten – unser Körper erinnert uns daran, dass er nicht mehr neu ist. Verschleißerscheinungen, Schmerzen – da hält sich die weibliche Lust in Grenzen. Oder sie bleibt ganz aus.

Das kommt gar nicht so selten vor.

 

Sind wir nicht mehr attraktiv?

Die Attraktivität und die sexuelle Anziehungskraft gehen flöten. Sagt man. Ab einem bestimmten Alter scheint man unsichtbar zu werden. Das gilt übrigens für nicht nur für Frauen. Auch bei den Herren der Schöpfung blättert der Lack und aus tollen Typen werden farblose Familienväter. Leonard Cohen beschreibt die Entwicklung, die unterschiedlichen Stufen im Leben eines Mannes in seinem Vortrag „Stages“ Köstlich. Männliche Selbstkritik, mit viel Humor und Augenzwinkern…Und einer Stimme, die ich einfach erotisch finde. Ein kurzes Video findet Ihr am Ende des Artikels.

Ganz besonders schlimm ist der Verlust der Attraktivität für Menschen, die sehr attraktiv waren und ihren Selbstwert aus der (vergänglichen) Schönheit bezogen haben.

Klar nervt es uns Mädels manchmal, wenn uns Kerle hinterherpfeifen. Aber noch schlimmer wird es, wenn keiner mehr pfeift. Oder uns hinterher schaut.

Bei den Herren der Schöpfung kommt noch ein anderes Problem dazu: wenn er sein bestes Stück nicht mehr sieht, weil der Bauch ihn verdeckt, ist das schlimm. Noch schlimmer ist es aber, wenn sich „da unten“ nichts mehr tut: Impotenz.

Da gerät manche Beziehung in Schieflage. Die Partner sprechen nicht miteinander. Sie fühlt sich dick, hässlich und unattraktiv (auch wenn sie das objektiv gesehen absolut nicht ist), er bekommt keine Erektion und sie denkt dann wiederum, es liegt an ihr. Ein Teufelskreis, bei dem die weibliche Lust schnell auf der Strecke bleibt.

 

Und dann geht das Drama erst richtig los…..

Viele Beziehungen gehen jetzt in die Brüche, Man ist sich fremd geworden und stellt fest, dass man kaum noch gemeinsame Interessen hat.

Und dann ist man plötzlich wieder auf dem „Dating Markt“, nach manchmal 30 Jahren.

Jetzt gilt es. Jetzt könnte man sich einen Lover zulegen und alle Phantasien ausleben. Theoretisch.

ABER: da kommen oft Selbstzweifel. Findet uns ein neuer Partner überhaupt schön? Oft ist es reine Selbstsabotage, der uns Frauen daran hindert, unsere weibliche Lust neu zu entdecken.

Dating kann für viele Frauen über 40 oder über 50 schwierig sein. Ob jetzt Online oder im richtigen Leben – viele Männer, die altersmäßig in Frage kämen, ziehen ein wesentlich jüngeres „Modell“ vor.

Aber warum sollten wir uns denn auf eine bestimmte Altersgruppe festlegen wollen? Warum nicht ein jüngerer Mann? Die schätzen Frauen mit Erfahrung oft ganz besonders. Und die meisten reifen Frauen sind heute sexier, attraktiver und aktiver als die Generation unserer Mütter.

Wenn man jemanden kennenlernt, kommt die Angst, sich nackig vor einem neuen Partner zeigen zu müssen. WARUM? Das sollten wir uns von den Kerlen unbedingt abschauen: die halten sich alle für toll, egal ob Rettungsringe oder Glatze. Die finden sich schön.

Ich kenne Frauen, die schon Verabredungen abgesagt und den Kontakt beendet haben, aus reiner Panik und aus Scham. Weil sie sich hässlich fühlen. Schwabbelig und ekelhaft – so drückte es eine liebe Freundin aus.

 

Was tun?

Ich kann es gar nicht oft genug erzählen: jeder Körper ist schön und einmalig. Das, was man selbst an sich als störend empfindet, sieht ein anderer Mensch vielleicht als faszinierend an. Und das sollten wir lernen, zu sehen.

Und wir sollten lernen unseren Körper (wieder) zu spüren. Zu erkennen, was er alles für uns tut, jeden Tag. Und wir behandeln ihn oft schlechter, als unser Auto….

Aber man kann Einiges tun, um sich mit dem eigenen Körper auszusöhnen.

Körperliche Bewegung, Krafttraining und auch Yoga wirken hier geradezu therapeutisch. Schon nach kurzer Zeit spürt man mehr Muskelspannung. Die Haltung verbessert sich, das Körpergefühl kehrt zurück und das überträgt sich auch auf das Selbstwertgefühl.

Zusätzlicher Bonus: der Beckenboden wird mittrainiert und das wiederum kann sich ausgesprochen positiv auf das Sexleben auswirken.

Gesunde, hochwertige Ernährung spielt da natürlich auch eine Rolle, aber das folgt oft auf dem Fuße. Wenn man den Körper wieder wertschätzt, wird man ihn auch mit hochwertiger Energie versorgen wollen. Und gutes Essen hat auch eine sinnliche Komponente. Und Essen ist oft mit Emotionen verbunden.

weibliche Lust - gutes Essen

Noch ein praktischer Tipp: lasse Dich selbst von einem professionellen Fotografen ablichten. Erotisch, sexy, da gibt es tolle Pakete. Profis wissen genau, wie sie jede Frau als Schönheit ablicheten können. Ohne allzu viel digitale Bearbeitung, aber in den richtigen Posen, mit dem passenden Zubehör. Das Titelbild zeigt eine 53-jährige Frau, die sich ein solches Shooting gegönnt hat. Keine perfekte Figur, aber perfekt in Szene gesetzt. Sie hat sich anschließend mit anderen Augen gesehen: “Hey, ich bin ja sexy!”

 

Fazit:

Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben und Du bist es wert, bedingungslos geliebt zu werden. So, wie Du heute bist. Wir hadern alle hin und wieder und wenn Dir zwischendurch die Lust abhandenkommt, ist das OK.

Schaue Dir den Artikel von Andrea Stark an: auch sie beschreibt, dass die „partnerunabhängige Lust“ in einer Lebensphase abnehmen kann. Das ist aber keinesfalls das Ende der Lust.

Petra Lehnert schreibt, dass vieles nur in Deinem Kopf stattfindet. Also vielleicht einfach mal da ansetzen. Stelle Dir vor, die Frau im Spiegel bist nicht Du, sondern eine liebe Freundin, die Du aufbauen und motivieren willst. Erzähle ihr, wie schön sie ist.

Dein Partner scheint Dich nicht mehr zu sehen? Hallo, wecke die Bitch in Dir. Du bist kein Opferlamm, Du bist eine tolle Frau. Claudia Münster gibt Dir tolle Tipps, wie Du die Bitch erweckst.

Es tut so gut zu lesen, wie andere Frauen diese Phase erleben, daher kann ich nur empfehlen, Dir die anderen Artikel auch anzuschauen.

 

 Jede Frau ist einmalig und wunderbar!

 

 

Leonard Cohen: Stages: